Zippert September 2011
Wer verhindern will, dass sein Haus beim Microsoft Dienst „Bing-Streetside“ auftaucht, kann ab sofort Widerspruch einlegen. Wer sich bereits bei „Google-Street-View“ verpixeln ließ, ist verpflichtet, dasselbe bei Bing-Streetside zu tun. Viele Gebäudesanierer bieten neuerdings einen wasserfesten Anstrich im Pixelmuster an. Dadurch erspart man sich ständige Widersprüche, denn in den nächsten Monaten werden mehr als fünfzig Internet-Unternehmen durch die Straßen fahren und alles fotografieren. Das Internet-Auktionshaus eBay plant einen Service namens „Trash-View“, der es ermöglicht, sich in Ruhe anzugucken, was der Nachbar so im Keller oder auf dem Dachboden herumstehen hat. Noch mehr leistet „Google-Fridge-View“, wo man mit einem Blick sieht, was bei Freunden im Kühlschrank liegt und ob sich ein Besuch lohnt. Die Firma Amazon hat angekündigt, bald mit den Arbeiten an „Book-View“ zu beginnen. Dabei werden die Buchvorräte aller Deutschen erfasst. Wer sich für seinen Buchbestand schämt, kann ihn natürlich verpixeln lassen oder Schutzumschläge mit Pixelmuster kaufen.
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